KUNST BRAUCHT KOHLE
KUNST BRAUCHT KOHLE ist ein Projekt von Chantal Romani und Jana Vanecek. Es ist ein Format für den Erfahrungsaustausch, der nicht nur akademisches, sondern ausdrücklich Erfahrungswissen betont.
Ein zentrales Thema, dem sich KUNST BRAUCHT KOHLE widmet, ist die Auseinandersetzung mit Klassismus. Klassismus bezeichnet die strukturelle Diskriminierung, Abwertung oder Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft oder ihres sozialen Status, mit anderen Worten: aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit. Diese Form der sozialen Ungleichheit ist eng mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus und Ableismus verflochten.
Wir von KUNST BRAUCHT KOHLE verstehen Klassismus als eine Form sozialer Unterdrückung, die bestehende Klassengrenzen und Machtstrukturen stabilisiert und reproduziert. Das Projekt setzt sich dafür ein, diese Mechanismen mit künstlerischen Mitteln sichtbar zu machen und ihnen entgegenzuwirken, um zu einer gerechteren und inklusiven Kunstwelt beizutragen.
Wir setzen auf die Mittel der Kunst, da Kunst den Dialog, die (Selbst)entdeckung und ein besseres Verständnis unserer (Um)welt ermöglicht. Ästhetische Bildungsprozesse können festgefahrene Ansichten aufbrechen und neue Denkansätze fördern.
Chantal Romani
Chantal Romani studierte Bildende Kunst und Transdisziplinarität und ergänzte ihr Studium durch einige Semester Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Philosophie. In ihren Arbeiten thematisiert sie die Absurditäten des Arbeitsverhaltens im 21. Jahrhundert und untersucht Spannungsfelder, die zu Entsolidarisierung und Ungerechtigkeiten führen. Mit künstlerischen Mitteln reflektiert sie das Wechselspiel zwischen ökonomischen Anforderungen, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Konflikt von Angepasstheit und Individualität. In jüngeren Projekten richtet Romani ihren Fokus vermehrt auf die Schaffung atmosphärischer und poetischer Bildwelten, die dem Druck der Gegenwart entgegenwirken und Distanz zum Alltag schaffen.
Jana Vanecek
Jana Vanecek, in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren und in der Schweiz sozialisiert, ist ein:e Künstler:in und Autor:in mit Abschlüssen in Bildender Kunst, Theorie (mit Schwerpunkten in Medien-, Kunst- und Designpraxis) sowie Transdisziplinarität in den Künsten. Vaneceks Werk verbindet Konzeptkunst mit Autotheorie und Popkultur mit Wissenschaft, um soziale Ungleichheiten und Barrieren zu thematisieren. Dabei setzt sich Vanecek mit Themen wie Klassismus, Biokapitalismus und Gesundheits(un)gerechtigkeit und Neurodiversität auseinander. Vaneceks künstlerische Praxis umfasst eine Vielzahl von Medien, darunter Installationen, Audioarbeiten, Performances, Vorträge und Publikationen, wobei der Fokus besonders auf der Macht der Sprache liegt.